Weg zur LEADER-Förderung = 'Bewerbungsverfahren'

Der Weg zu einer Förderung über LEADER ist ein Bewerbungsverfahren, ähnlich wie für einen neuen Job.

Zum Verfahren vorweg noch ein paar anschauliche Hinweise:

  • Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung der Förderung besteht nicht.
  • Der Start des Weges zur Förderung ist beim Regionalmanagement.
  • Die Beratung, Einreichung, Bearbeitung, Bewertung, Auswahl zu / der Vorhaben ist kostenlos.
  • Das Entscheidungsgremium wählt die besten Vorhaben zur Förderung aus = “VIP-Ticket”
  • Nur mit dem “VIP-Ticket” kann der Fördermittelantrag gestellt werden.
  • Die Entscheidung über die Einhaltung der Förderkriterien trifft die zuständige Bewilligungsbehörde.
  • Bei aller Bürokratie – ‘Nur die Harten kommen in den Garten’ ;)

Nachfolgend wird Schritt für Schritt vom Aufruf bis zum Fördermittelantrag die einzelnen Punkte erklärt.

1. Aufruf
Jede Maßnahme bzw. Ziel wird aufgerufen. Nur innerhalb des bekanntgegebenen Aufrufzeitraumes (vgl. eines Bewerbungszeitraumes) können Vorhaben beim Regionalmanagement eingereicht werden. Weitere Inhalte des Aufrufs sind:

  • Beginn des Aufrufes und Einreichfrist
  • Termin der Vorhabenauswahl im Entscheidungsgremium
  • Höhe des aufgerufenen Budgets
  • Zielstellung und Inhalt des Aufrufes
  • Zuwendungsempfänger
  • Fördersatz und -höchstsumme
  • einzureichende Unterlagen
  • Vorhabenauswahl (Wie wird das Vorhaben ausgewählt?)
  • zuständiges Landratsamt

2. Kostenlose Beratung durch das Regionalmanagement
Wir empfehlen im Aufrufzeitraum oder auch schon im Vorfeld eine kostenlose Beratung zu Ihrem Vorhaben. Dabei muss Ihr Vorhaben in ein Handlungsfeld und zu einem Ziel unserer LEADER-Entwicklungsstrategie eingeordnet werden. In unserer ca. 1-stündigen Beratung informieren wir Sie zu folgenden Aspekten:

  • kurze Erklärung von LEADER
  • Weg zur Förderung
  • Bewertungskriterien und Vorhabenauswahl
  • Vorhabenerfassungsbogen und beizufügende Unterlagen
  • Einreichung des Fördermittelantrages für ausgewählte Vorhaben

Weg zur LEADER-Förderung

Quelle: Regionalmanagement SachsenKreuz+

Informationsblatt zum Download:

3. Einreichung von Unterlagen (vgl. einer ‘Bewerbungsmappe’)

Bis zur bekanntgegebenen Aufruf- bzw. ‘Bewerbungs’frist müssen der aufgefüllte Vorhabenerfassungsbogen und die alle genannten bezufügenden Unterlagen beim Regionalmanagement per Mail oder postalisch eingereicht werden.

Das Dokument mit den aufgelisteten ‘beizufügenden Unterlagen’ dient gleichzeitig als Checkliste für den Vorhabenträger.

Vorhabenbeschreibung
Für jedes Vorhaben ist es wichtig, dass es genau objektiv beschrieben werden muss:

  • Zielstellung – Was möchte ich mit dem geplanten Vorhaben erreichen?
  • Bestandteilen – Was gehört zum Vorhaben und was soll gefördert werden?
  • Umfang – Was soll genau gemacht werden?

Viele Vorhabenträger stellen sich selbst vor und geben einen kurzen Abriss zum geschichtlichen Hintergrund des Gebäudes (nur für investive Vorhaben).

Fotos vom Ist-Zustand und Lageplan des Objektes
Mit den Fotos vom gegenwärtigen Zustand des Gebäudes / Freifläche sowie Lageplan / Grundrisse möchte sich das Regionalmanagement als auch das Entscheidungsgremium ein Bild von Ihrem Vorhaben machen und sich in das Vorhaben hinein denken zu können.

Eigentumsnachweis (nur für investive Vorhaben)
Der Nachweis des Eigentums ist mit der wichtigste Punkt für das Vorhaben, denn:

  • Vorhabenträger = Eigentümer / Erbbauberechtigter = Zuwendungsempfänger = Begünstigter

Gleichzeitig wird auch anerkannt ( siehe Teil B Ziffer II Nummer 6.2 der RL LEADER/2014):

  • Pachtvertrag und Zustimmung des Grundstückseigentümers zum beantragten Vorhaben
  • Widmungsnachweis bei Straßen- und Wegebauvorhaben
  • unwiderrufliche Planvereinbarung in Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz oder dem Landwirtschaftsanpassungsgesetz

Finanzierungsplanung
Das Vorhaben muss vom Vorhabenträger komplett vorfinanziert bzw. die Gesamtfinanzierung gesichert werden. Ein Nachweis über den Eigenanteil bzw. über 100.000 € 100 % der Vorhabenkosten muss erbracht werden.

Baugenehmigung und ggf. Denkmalschutzrechliche Genehmigung
Für alle Vorhaben an / in Gebäuden bzw. auf Freianlagen ist eine Baugenehmigung bzw. eine Erklärung der Genehmigungsfreiheit durch den Fachplaner und ggf. eine Denkmalschutzrechtliche Genehmigung einzureichen, falls das Vorhaben in der Sächsischen Bauordnung (SächsBO) erfasst ist.

Kostenberechnung
Für alle Vorhaben benötigen wir für eine Kostenberechnung bzw. -aufstellung. Bei baulichen Vorhaben ist eine Kostenberechnung nach DIN 276 beizulegen.

Erklärungen
Folgende Erklärungen vom Vorhabenträger sind erforderlich:

  • zur Vorprüfung der Förderfähigkeit
  • …, dass keine Fachförderung über andere Richtlinien möglich ist
  • …, dass das Vorhaben nicht ohne eine Förderung umgesetzt werden kann

Zur Maßnahme ‘Um- und Wiedernutzung für Wohnen’
Folgende Erklärungen vom Vorhabenträger sind erforderlich:

  • …, dass es sich um ein ländliches Gebäude handelt, welches 1960 oder früher gebaut wurde
  • …, dass das Gebäude leerstehend und ungenutzt ist
  • …, dass das Gebäude zwischen 2005 und dem Zeitpunkt der Antragstellung vom Antragsteller bzw. dessen Verwandtschaft 1. Grades nicht für Wohnzwecke genutzt wurde
  • Nachweis der Kinder (z.B. Kopie der Geburtsurkunde)

VEB+BFÜ-A17

Quelle: Regionalmanagement SachsenKreuz+

4. Vorhabensichtung & -bewertung

Nach der Einreichfrist prüft das Regionalmanagement die Dokumente auf Vollständigkeit. Sollten Unterlagen fehlen oder etwas unklar ist, melden wir uns Ihnen und Sie können Unterlagen nachreichen.

Wenn alle erforderlichen Unterlagen zum Vorhaben vorhanden sind wird ein 2-stufiges Bewertungsverfahren vom Entscheidungsgremium (EG) der LAG durchgeführt. Dabei werden die Vorhaben nach Kohärenz-, Mehrwert- und Rankingkriterien bewertet.

5. Vorhabenauswahl

In einer Sitzung des Entscheidungsgremiums (im Aufruf bekanntgegeben), wird die Vorhabenauswahl durchgeführt. Je nach aufgerufenen Budget, werden jene Vorhaben zur Förderung ausgewählt, welche die Vorhabenbewertung bestanden haben und die meisten Punkte bei Anwendung der Mehrwert- und Rankingkriterien erhalten haben.

  • Kohärenzprüfung = Vollständigkeit, Kohärenzkriterien, Mehrwertprüfung
  • Ranking = Summe der erreichten Punkzahlen aus Mehrwert- und Rankingkriterien

Dass heißt, je besser das Vorhaben bei Anwendung der Mehrwert- und Rankingkriterien bewertet wurde, desto eher erhält das Vorhaben eine gute Platzierung im Ranking.

Warum so kompliziert?

Die Lokale Aktionsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, die besten Vorhaben, welche einen Mehrwert für die Bevölkerung und die Region haben, zu fördern. Wir ‘picken’ uns also die besten Vorhaben heraus und geben diesen die Möglichkeit einen Fördermittelantrag zu stellen.

Quelle: LEADER-Fachstelle am LfULG

+++ Aber Achtung +++

  • Zur Förderung ausgewählte Vorhaben ≠ Förderzusage
  • Zur Förderung ausgewählte Vorhaben = “VIP-Ticket” für die Antragsstellung des Fördermittelantrages beim Landratsamt Mittelsachsen

6. Einreichung des Fördermittelantrages

Nachdem ein Vorhaben vom Entscheidungsgremium zur Förderung ausgewählt wurde, kann mit der Dokumentation der Auswahlentscheidung für Vorhaben (Bild neben 4. und 5.) als “VIP-Ticket” kann jetzt der offizielle Fördermittelantrag beim Landratsamt Mittelsachsen gestellt werden. Achtung: aktualisierte Formulare.

Ab der Einreichung des Fördermittelantrages stehen Ihnen bei Fragen die Ansprechpartner des Fachbereichs Förderung Ländliche Entwicklung des Landratsamts Mittelsachsen zur Verfügung.

Streng betrachtet ist es eine “doppelte Antragsstellung”, zuerst beim Regionalmanagement und bei Auswahl zur Förderung das Landratsamt. Für die schnellere Bewältigung des Weges zur Förderung orientieren sich die beizufügenden Unterlagen des LEADER-Gebietes SachsenKreuz+ an den geforderten Unterlagen aus dem Fördermittelantrag.

Ihr Vorhaben wurde nicht zur Förderung ausgewählt?

Vorhaben, welche nicht zur Förderung ausgewählt wurden, jedoch das Bewertungsverfahren erfolgreich bestanden haben, können in einem erneuten Aufruf zur gleichen Maßnahme nochmals die Chance auf Förderung erhalten. Das Regionalmanagement unterstützt Sie gern dabei.

  • Neuer Aufruf – Neue Chance !

Noch Fragen? Kein Problem :)

Einfach anrufen 034362 379800 oder eine Mail schreiben post@sachsenkreuzplus.de und einen Beratungstermin vereinbaren.

FöA

Quelle: SMUL

Fördervoraussetzungen

  • Das Projekt liegt innerhalb des LEADER-Gebietes SachsenKreuz+

Folgende Ortsteile sind nicht für investive Maßnahmen förderfähig:
- Stadt Döbeln (Gemeindeteil Döbeln)
- Stadt Mittweida (Gemeindeteil Mittweida)
- Stadt Mittweida (Gemeindeteil Rößgen)
- Stadt Waldheim (Gemeindeteil Waldheim)

Nicht-investive Maßnahmen, wie z.B. Planungen, Studien, Konzepte usw. sind in allen Gemeinden und Gemeindeteilen im LEADER-Gebiet SachsenKreuz+ förderfähig.

  • Das Projekt entspricht den Zielen der LEADER-Entwicklungsstrategie (LES)
  • Mit dem Vorhaben darf vor Vorhabeneinreichung / Antragsstellung noch nicht begonnen worden sein.
  • Zweckbindungsfrist für Vorhaben, welches Investitionen beinhaltet (außer < 410 €), beträgt 5 Jahre (Beginn: Datum des Schluss- oder Endfestsetzungsbescheides)
  • Einhaltung der Energieeinsparungsverordnung (EnEV)
  • Anwendung des Beihilferechts (falls zutreffend)
  • Zuwendungen pro Einzelvorhaben unter 5.000 € werden nicht gewährt
  • Zuwendungen für bauliche Investitionen nur an Eigentümer / Erbbauberechtigten / Pächter
  • Eigentumsnachweis ebenfalls über eine unwiderrufliche Planvereinbarung in Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz und dem Landwirtschaftsanpassungsgesetz anerkannt
  • bei Straßen- und Wegebauvorhaben: Nachweis der dauerhaften rechtlichen Sicherung durch öffentliche Widmung sowie bei Leitungsnetzen und Beschilderungen der Nachweis der allgemeinen Verfügungsberechtigung

Zuwendungsempfänger

  • Kommunen, die innerhalb der Region SachsenKreuz+ liegen
  • Privatpersonen
  • private Unternehmen der ländlichen Wirtschaft
  • Vereine

Ausgeschlossen sind:

  • Doppelförderungen
  • Anlagen zur Elektrizitätserzeugung aus Biomasse / Ausbau erneuerbarer Energien,
  • Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG)
  • bauliche Anlagen in festgesetzten oder vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten (siehe Geoportal Sachsen und unter Karteninhalt ’05/13 Wasser’ auswählen und Häckchen bei ‘Gewässer’ + ‘Überschwemmungsgebiete’ setzen)
  • Auschreibungskosten
  • Leasingkosten (andere Kosten im Zusammenhang mit dem Leasingvertrag, wie die Gewinnspanne des Leasinggebers, Zinsen der Refinanzierung, Gemeinkosten und Versicherungskosten)
  • Ausgaben für gebrauchte Technik und Ausstattung
  • Sachleistungen ohne Rechnungen / Belege (Erbringung von Arbeitsleistungen und Bereitstellung von Waren, Dienstleistungen, Grundstücken und Immobilien)