Damit der Ball weiter rollt – wie ein kleines Projekt Großes bewirkt

Auf den ersten Blick wirkt es wie eine kleine Anschaffung. Doch für den SV Fortuna Gallschütz bedeutet der neue Rasentraktor weit mehr als eine Arbeitserleichterung. Er sichert die Pflege des öffentlich zugänglichen Sportplatzes – einem Ort, der nicht nur für den Verein, sondern für das gesamte Dorf von großer Bedeutung ist. 

Gallschütz/Großweitzschen. Wer an einem Sommerabend über den Sportplatz in Gallschütz läuft, sieht Kinder beim Spielen, Vereinsmitglieder beim Training oder Familien, die den Platz für gemeinsame Freizeit nutzen. Einen Spielplatz gibt es im Ort nicht – deshalb ist der Sportplatz weit mehr als eine Sportanlage. Er ist ein Treffpunkt für das ganze Dorf.

Der 1990 gegründete Verein zählt heute 54 Mitglieder – 19 Frauen und 35 Männer. Während sich die Frauensportgruppe regelmäßig zur Gymnastik im Feuerwehrgerätehaus trifft, wird auf dem Sportplatz Fußball gespielt, trainiert und das Vereinsleben gepflegt. Die Mitglieder kommen dabei längst nicht mehr nur aus Gallschütz, sondern auch aus Ostrau, Schrebitz und den umliegenden Orten. Das zeigt: Der Verein verbindet Menschen über die Ortsgrenzen hinaus.

Damit dieser Ort erhalten bleibt, braucht es vor allem eines: Menschen, die sich kümmern. Seit vielen Jahren übernimmt der SV Fortuna Gallschütz die Pflege und Instandhaltung des Sportplatzes in Eigenregie. Das Gelände ist groß und wird längst nicht mehr vollständig für den Sportbetrieb benötigt. Deshalb verfolgt der Verein heute ein nachhaltiges Pflegekonzept: Während die Spielflächen regelmäßig gemäht werden, bleibt ein Teil bewusst als höher bewachsene Wiese stehen und bietet Insekten wertvollen Lebensraum. Trotzdem bedeutet die Pflege der Anlage einen erheblichen Aufwand. Mit herkömmlichen Rasenmähern stießen die Vereinsmitglieder zunehmend an ihre Grenzen. Hinzu kommt: Viele der Ehrenamtlichen sind inzwischen älter geworden, sodass körperlich anstrengende Arbeiten immer schwerer fallen.

“Nicht die Größe eines Projekts ist entscheidend”

Mit Unterstützung des Regionalbudgets konnte deshalb ein Rasentraktor angeschafft werden. Was zunächst unscheinbar klingt, bedeutet für den Verein eine enorme Erleichterung. Die Pflege des Sportplatzes wird deutlich effizienter und körperlich weniger belastend. So bleibt mehr Zeit für das, worauf es eigentlich ankommt: das Vereinsleben, den Sport und die Gemeinschaft.

Von der Investition profitieren jedoch nicht nur die Mitglieder des SV Fortuna Gallschütz. Der Sportplatz ist öffentlich zugänglich und wird von Kindern, Familien und weiteren Einwohnerinnen und Einwohnern genutzt. Als Rastpunkt am Obstland-Radweg trägt die gepflegte Anlage außerdem zu einem attraktiven Ortsbild bei. 

Für Regionalmanagerin Josefine Tzschoppe zeigt das Projekt beispielhaft, wie das Regionalbudget wirkt: „Nicht die Größe eines Projekts entscheidet über seine Bedeutung. Oft sind es gerade die kleinen Maßnahmen, die den Alltag vieler Menschen spürbar verbessern und das ehrenamtliche Engagement langfristig sichern“, sagt sie.

Ehrenamt braucht Unterstützung

Auch wenn ein Rasentraktor auf den ersten Blick wenig spektakulär erscheint, steckt dahinter eine wichtige Botschaft: Ehrenamt braucht Unterstützung. Denn nur wenn Vereine gute Rahmenbedingungen vorfinden, können sie ihre wertvolle Arbeit für die Dorfgemeinschaft auch künftig leisten.

Gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern und Bürgermeister Jörg Burkert wurde zum Abschluss des Besuchs ein Baum gepflanzt – als Symbol für das, was in Gallschütz längst Wurzeln geschlagen hat: ehrenamtliches Engagement, Gemeinschaft und Menschen, die seit vielen Jahren Verantwortung für ihren Verein und ihr Dorf übernehmen. Genau dieses Engagement macht Orte wie Gallschütz lebendig – und zeigt, wie viel auch kleine Projekte bewegen können.